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Wirkungsvoller Mindestpreis für CO2

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Der unabhängige Energiemarkt-Experte Energy Brainpool aus Berlin untersuchte in einem neuen White Paper den Mindestpreis für Kohlendioxid (CO2). Hier gingen die Experten der Frage nach, wie das Preisniveaus beschaffen sein muss, um den Einsatz von Kraftwerken im Strommarkt effizient und kurzfristig planen zu können und damit die Emissionen der Stromproduktion zu verändern. „Bei den aktuellen Brennstoffpreisen hat ein CO2-Preis von unter 10 EUR/tCO2 keinen spürbaren Effekt auf die Emissionen im Stromsektor. Das aktuelle Preisniveau von 6,80 EUR/tCO2 verfehlt sein Ziel. Ein Preis von rund 30 EUR/tCO2 würde aktuell jede Stunde zu einem spannenden Wettbewerb der Technologien führen, die Stromnachfrage emissionsarm zu decken“, lautet das aktuelle Fazit von Energy Brainpool im September 2017 zum White Paper.

Erste Verschiebung ab 10 Euro

Die Berliner Experten betrachteten mit Blick auf die Merit-Order von Kraftwerken drei entscheidende Schwellenwerte für den CO2-Preis: zwischen null bis zehn Euro, zwischen 10 bis 32 Euro und Preise ab 32 Euro pro Tonne Kohlenstoffdioxid. Die Merit-Order bestimmt jede Stunde denjenigen Kraftwerkspark, der die nachgefragte Menge an Strom am kostengünstigsten produziert, das heißt mit niedrigen Grenzkosten. Die Grenzkosten von Kraftwerken zeigen an, wie teuer jede zusätzlich produzierte Megawattstunde Strom ist. Vorrang hat hier aktuell die Einspeisung von Strom aus Anlagen fluktuierender erneuerbarer Energien, da sie mit Grenzkosten nahe null laufen.  Die erste Verschiebung der Merit-Order (Fuel-Switch) erfolgte bei einem Preis von etwa 10 EUR/tCO2. Ab diesem Punkt die durchschnittlichen Grenzkosten der meisten Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke unter den durchschnittlichen Grenzkosten der meisten Steinkohlekraftwerke liegen. Stattdessen würden sich die Marktchancen für vergleichsweise teure, aber saubere Gaskraftwerke verbessern. Aktuell muss der CO2-Preis über 10 EUR/tCO2 liegen, damit kurzfristige Emissionseinsparungen im Stromsektor auftreten.“

Weltweiter sektorenübergreifender Mindestpreis

Bei einem CO2-Preis über 32 EUR/ tCO2 fielen die durchschnittlichen Grenzkosten der GuD-Kraftwerke sogar unter jene der Braunkohlekraftwerke, so dass sie diese verdrängten. Die Kohlenstoffdioxid-Belastung bei jeder verdrängten Megawattstunde Strom sinkt um 50 Prozent, was 200 Kilogramm CO2/MWh entspricht. „Knapp sieben Euro CO2-Preis ändern den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid nicht signifikant, “ sagt Fabian Huneke, Senior Expert bei Energy Brainpool. „Der Preis bietet auch kaum einen Anreiz für Industrie und Wirtschaft, in emissionsarme oder -freie Technologien zu investieren. Am wirksamsten wäre ein sektorenübergreifender weltweiter CO2-Preis oder zumindest ein europäischer. Kurzfristig durchsetzbar ist ein nationaler CO2-Preis zumindest im Stromsektor, der sich durch einen europäischen ergänzen lässt. Dieses Instrument stellt zwar kein Allheilmittel für den Klimaschutz dar. Es ist jedoch allemal effizienter und marktnäher als ein ordnungsrechtliches Technologieverbot.“ Zur Ermittlung der Auswirkung des CO2-Preises setzte Energy Braunpool das selbst entwickelte  Energiemarkgtmodell Power2Sim ein.

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