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Erstes virtuelles Kraftwerk für Polen

Erstes virtuelles Kraftwerk kommt mit Biogasanlage zum Abschluss.
Bildquelle: energy2market

Die Energy2market (e2m) implementierte mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur (dena) erfolgreich ihr markterprobtes und innovatives virtuelles Kraftwerk für den polnischen Energiemarkt, teilte das Handelshaus für neue Energien am 28. November 2016 mit. Im Dezember 2015 stellten die Leipziger Ökostromhändler das neuartige grenzüberschreitende Projekt im Rahmen einer Auftaktveranstaltung in der deutsch-polnischen Wirtschaftskammer in Warschau gemeinsam mit der dena, dem deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz sowie polnischen und deutschen Marktteilnehmern vor. Von Anfang an habe der Fokus auf der Optimierung und Flexibilisierung bestehender dezentraler Erzeugungsanlagen gelegen. “Das Online-Portal mussten wir auf die polnischen Marktbedürfnisse anpassen. Von Leipzig aus stellen wir die Systeminfrastruktur, sprich das virtuelle Kraftwerk, bereit. Die Betreiber in Polen können jederzeit über ein auf ihre Bedürfnisse angepasstes Kundenportal das aktuelle Erzeugungsverhalten und die Verfügbarkeit der betreffenden Anlagen einsehen”, erläuterte Michael R. Richter von der e2m im Gespräch mit Top Energy News kürzlich im Dezember das Projektanliegen.

Virtuelles Kraftwerk fördert Integration

Die Dena begleitete das Projekt im Rahmen ihres Renewable-Energy-Solutions-Programms 2015/2017, da es der Zielsetzung entspricht, deutsche Technologien an bedeutenden Standorten in Drittländern zu etablieren, um dortige Marktchancen zu nutzen. Dabei unterstützte die Dena nicht nur finanziell, sondern half Richters Worten nach bei der Kontaktaufnahme mit Anlagenbetreibern in Polen. In Summe verfügt das virtuelle Kraftwerk ihm zufolge derzeit über eine Erzeugungsleistung von 60 Megawatt. Darunter sind Wasserkraftwerke, Blockheizkraftwerke (BHKW) und seit jüngstem die Biogasanlage in Grzmiąca. Sie befindet sich mit einer installierten Leistung von 1,6 MW auf halber Strecke zwischen Stettin und Danzig. Die Einbindung in das virtuelle Kraftwerk bildete den Projektabschluss. “Das virtuelle Kraftwerk ist ein Beispiel dafür, dass die Umsetzung der Energiewende nur grenzüberschreitend gelingen kann”, sagte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, bei einem Vorortbesuch zur Einweihung des Strompilotprojekts. „Es bindet nicht nur polnische Erzeuger in den Markt ein, sondern kann auch grenzüberschreitend die Netze stabilisieren.” Die zunehmende Integrierung von dezentralen Erzeugungsanlagen in den europäischen Strommarkt habe eine wegweisende Bedeutung. Daher förderte auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Umsetzung dieses RES-Projektes als Bestandteil ihrer Exportinitiative Erneuerbare Energien.

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