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Aussichten für Gasleitung Nord Stream 2

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Bei Wettbewerbspreisen rechnet sich die Gasleitung Nord Stream 2
Quelle: Final Report, Options for Gas Supply Diversification for the EU and Germany in the next Two Decades, ewi und eucers

In ihrem Referenzscenario Gas on Sale, kurz GoS, räumen Forscher vom ewi Energy Research & Scenarios aus Köln und dem European Centre for Energy and Resource Security (EUCERS) aus London der geplanten russischen Gasleitung Nord Stream 2 gute Aussichten ein. Zentrale Bedingung dafür ist, dass Russland sich beim Gashandel an Wettbewerbspreise hält. Dies erläutern die Autoren in ihrer Studie zu Studie zu den Diversifizierungsoptionen Europas bis 2035, die sie Ende Oktober 2016 in Berlin vorlegten und die das Deutsche Auswärtige Amt förderte. Nur bei einer wettbewerblichen Preisstrategie sei die Verdopplung der Transportkapazitäten auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr in der Ostsee nötig und auch wirtschaftlich. Die Wirtschaftlichkeit hänge außerdem von der Höhe der Transitgebühren der Ukraine ab. „Je stärker die Ukraine ihre Transitgebühren gegenüber heute senkt, umso weniger wirtschaftlich wäre ein Bau der Nord Stream 2“, so die Forscher.

Mehr LNG ohne die Gasleitung Nord Stream 2

Aufgrund des großen Wettbewerbs an Lieferoptionen wird Gazprom laut Studie nur mit wettbewerblichen Preisen seinen Marktanteil in Europa vergrößern können. Andernfalls kämen wachsende Flüssigerdgasimporte LNG und künftige Gasbezüge aus dem Kaspischen Raum über den Südlichen Gaskorridor über die Türkei verstärkt zum Zug, wenn die europäische Gasförderung sinkt. Denn sollten die wichtigsten Gasanbieter, darunter Russland, wie im Nord Dream Szenario auf eine oligopolitische Preisstrategie setzen, blockiere dies den Bau von Nord Stream 2. Hohe Gaspreise führten zu höheren LNG-Importen und mehr Gasbezügen über den Südlichen Gaskorridor, da diese sich dann rechen würden. Allerdings könnten politische Unwägbarkeiten beim Transitland Türkei laut Southern Setback Szenario den Ausbau am Südlichen Gaskorridor vereiteln. In dem Fall stiegen LNG-Lieferungen 2035 nach Europa sogar auf 164 Milliarden Gas und umfassten somit mehr als ein Drittel der gesamten Gasimporte. Bei Wettbewerbspreisen erhöhe sich der Anteil der europäischen LNG-Importe im Vergleich dazu lediglich von 9 auf 25 Prozent, so dass sie ein Viertel des europäisches Gasimports ausmachten. Zu beachten dabei bleibt das tatsächliche Vorgehen der Ukraine. Nur niedrige Gaspreise und hohe Transitgebühren der Ukraine zusammen machen den Ausbau der Transportroute in der Ostsee wirklich wirtschaftlich.

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