Pipeline-Ticker-I 2019

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    Bildquelle: Turkstream Media

    8. März

    Der Bau der Anschlussleitung von Turkish Stream soll in Serbien im kommenden April beginnen, sagte der Minister für Bergbau und Energie Serbiens, Alexander Antič, Medien zufolge am 7. März 2019. Die Verlegung der beiden Pipeline-Stränge von Turkish Stream im Schwarzen Meer sei komplett abgeschlossen, hieß es auf den Investorentreffen des russischen Gaskonzerns Ende Februar 2019. Die Transportkapazität im Jahr umfasst je Strang 15,75 Milliarden Kubikmeter Gas. Ein Strang ist für den türkischen Markt eingeplant. Der zweite Strang soll für Lieferungen nach Süd- uns Südosteuropa genutzt werden. 

    1. März

    In den Korrekturen zur europäischen Gasmarktdirektive sieht der russische Energieminister Alexander Nowak für den Bau der Gasleitung Nord Stream 2 keine Bedrohung. Darüber sprach er in einem Medieninterview Ende Februar. Dazu bekräftigte die Generaldirektorin von Gazprom Export, Jelena Burmistrowa, auf dem Treffen mit Investoren in Hongkong, dass der geplante Termin der Inbetriebnahme im vierten Quartal eingehalten werde. Über 30 Prozent der Rohre waren am 20. Februar 2019 Gazprom zufolge verlegt. Dazu, wie sich die neue Direktive auf Nord Stream 2 auswirken kann, sagte sie, dass es für Einschätzungen noch zu früh sei. Aus Sicht von Gazprom seien von den Änderungen in der Direktive etwa 20 Kilometer von der neuen Ostseegasleitung betroffen. Außerdem liege noch keine Durchführungsverordnung vor. Die bestehende Ostseegasleitung war im letzten Jahr zu 107 Prozent ausgelastet. 2018 exportierte Gazprom 201,8 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa und in die Türkei und steigerte somit seinen Marktanteil in Europa von 34,2 Prozent im Vorjahr auf 36,7 Prozent. Der Durchschnittspreis lag bei 245,5 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas. In diesem Jahr soll sich der Preis zwischen 230 und 250 Milliarden US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas, erklärte Burmistrowa.

    20. Februar 

    In der EU herrsche mehr oder weniger Einigkeit über das Projekt Nord Stream 2. „Wir werden dieses Projekt weiter fördern. Wir hätten keine Probleme, Gas in den USA zu kaufen, aber solange der Preis in Russland besser ist als in den USA, ist Russland für uns als Partner in dieser Frage attraktiver“, erklärte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz im Fernsehinterview nach seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington am 20. Februar 2019. Kurz denkt, dass Trump als ehemaliger Geschäftsmann versteht, dass hier unterschiedliche Interessen vorliegen. 

    18. Februar 

    Alexander Novak stellte fest, dass das Projekt Nord Stream 2 nach Plan umgesetzt werde. „Insgesamt wurden auf beiden Strecken der Erdgasleitung etwa 700 km verlegt“, sagte der Chef des russischen Energieministeriums in einem Telefonat mit dem deutschen Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

    17. Februar

    Auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 16. Februar 2019 verteidigte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel Medien zufolge den Bau der Gasleitung Nord Stream 2 und widersprach der Argumentation, durch sie die Abhängigkeit von russischem Gas zu erhöhen. Keiner wolle das, sagte Merkel. „Wenn wir im Kalten Krieg russisches Gas in hohem Umfang eingeführt haben, dann weiß ich nicht, warum die Zeiten heute so viel schlechter sein sollen. Deshalb sagen wir, Russland bleibt ein Partner.“ Zugleich wendete sie gegen die Kritik an dem Pipeline-Projekt aus den USA ein, dass nichts künftig dagegen spreche „auch amerikanisches Gas zu kaufen“. Dabei bezog sich die Bundeskanzlerin auf den möglichen Export von Flüssiggas (LNG) aus den USA und den Bau eines LNG-Terminals in Deutschland. US-Vizepräsident Mike Pence warnte in München in Richtung Deutschland: „Wir können die Verteidigung des Westens nicht garantieren, wenn unsere Bündnispartner sich vom Osten abhängig machen.“  Sowohl der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier als auch der US-Vize-Energieminister Dan Brouillette äußerten sich lauten Medienberichten auf der Sicherheitskonferenz. „Das Projekt ist weit fortgeschritten. Ich gehe davon aus, dass es unter den neuen Bedingungen realisiert werden kann“, sagte Altmaier in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Der US-Diplomat glaube daran, dass das amerikanische Gas billiger sei als das russische, berichtete der Focus. Er prognostiziere: „Gazprom muss die Preise senken – das ist gut für die europäischen Konsumenten.“ 

    14. Februar 

    Nach den deutsch-französischen Unstimmigkeiten und dem Kompromiss zu den Korrekturen der europäischen Gasrichtlinie ist klar, dass EU-Wettbewerbsregeln demnächst auch für Pipelines aus Drittstaaten wie Russland gelten sollen. Eine unmittelbare Gefahr für das umstrittene Ostsee-Projekt Nord Stream 2 bringt das jedoch nicht mit sich. „Es kann verschiedene Optionen geben. Aber die Gaspipeline wird gebaut, Sie können sich sicher sein“, antwortete der ständige Vertreter der Russischen Föderation bei der EU Wladimir Chizhov auf die Frage, ob die betreffende Richtlinie vor der Inbetriebnahme der Gaspipeline in Kraft treten könnte, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Ria Novosti.

    8. Februar

    Deutschland und Frankreich legten Medienberichten zufolge ihren Streit über die Gaspipeline Nord Stream 2 offenbar bei. Demnach stellten Berlin und Paris den anderen EU-Staaten einen neuen Vorschlag zur Überarbeitung der europäischen Gasrichtlinie vor. Laut Vorschlag liege die Zuständigkeit für Pipelines mit Drittstaaten wie Russland bei dem EU-Land, wo die Leitung erstmals auf das europäische Netz trifft. Im Fall von Nord Stream 2 sei folglich Deutschland zuständig und nicht die EU. Am 7. Februar hieß es zuvor, dass Paris die neue Gasrichtlinie unterstützen wolle, die die Regeln für Pipelines aus Drittstaaten, inklusive Nord Stream 2, verschärft.

    18. Januar

    „Im Jahr 2018 hat die Nord Stream AG 58,8 Milliarden Kubikmeter Milliarden Kubikmeter Erdgas zu den Verbrauchern in Europa durch die Nord Stream Pipeline transportiert“, informierte der Pipeline-Betreiber. Dies stelle die höchste Auslastung seit Beginn des Betriebs der Pipelines dar. Seit Inbetriebnahme des ersten Stranges im November 2011 und des zweiten Stranges im Oktober 2012 wurden bis Ende letzten Jahres an die deutsche Ostseeküste insgesamt 264,1 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportiert.

    Serbien erwarte viel von der Schwarzmeergasleitung Turkish Stream, erklärte Serbiens Präsident Aleksandar Vucic auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 17. Januar 2019 in Belgrad.

    Quelle: Gazprom

    Bis jetzt sei russisches Gas über das Territorium der Ukraine und Moldawien geliefert worden. „Jetzt möchten wir Gas über Turkish Stream und das Territorium Bulgariens erhalten.“ Für Serbien sei dies von größter Bedeutung, betonte Vucic. Im Rahmen der Präsidentengespräche unterzeichneten die Unternehmensspitzen von Gazprom und Srebija Gas eine Absichtserklärung zum Fortschreiten vom Ausbau des Untergrundgasspeichers Banatski Dvor in Serbien. Das Fassungsvermögen soll um 300 Millionen Kubikmeter Gas auf 750 Millionen Kubikmeter erweitert werden. Im letzten Jahr exportierte Gazprom 2,15 Milliarden Kubikmeter Gas.  

    16. Januar

    „Wir sind der Meinung, dass die an russischem Gas interessierten EU-Mitgliedstaaten von der Europäischen Union Garantien erhalten sollten, dass Pläne zur Fortsetzung zu Turkish Stream nicht durch eine willkürliche politische Entscheidung von Brüssel behindert werden“, sagte der russische Präsident Wladimir Putin im Interview mit serbischen Medien. An Lieferungen durch die Schwarzmeergasleitung Turkish Stream zeigten Griechenland und Italien Interesse. Auch Serbien setzt auf diese neue Gasleitung und baut sein Pipeline-Netz dementsprechend aus. 

    13. Januar

    Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, sandte deutschen Medienberichten zufolge einen Brief an eine Reihe von deutschen Unternehmen und drohte darin denen, die am Bau der umstrittenen russischen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligt sind, mit Sanktionen aus Amerika. „Wie Sie wissen, treten die Vereinigten Staaten stark gegen Nord Stream I2 auf. Die Gaspipeline hat gravierende geopolitische Konsequenzen für unsere europäischen Verbündeten und Partner. Unsere Bedenken sind weit verbreitet. EU-Mitglieder aus Osteuropa, viele Regierungen in Westeuropa und Kanada lehnen das Projekt ab. Diese Partner teilen unsere Besorgnis über das fortschreitend aggressive Verhalten Russlands, insbesondere die Nutzung der Energieressourcen Moskaus als politische und wirtschaftliche Hebel“, schrieb hier Grenell.

    11. Januar 

    Das Pipelineprojekt Nord Stream 2 sei nicht nur ein Projekt von Deutschland und Russland und markiere einen deutsch-russischen Sonderweg, erklärte der deutsche Bundesaußenminister Heiko Maas beim traditionellen Neujahrsempfang des Ost-Ausschusses – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft (OAOEV) am 10. Januar 2019 in Berlin. „Die Skepsis unserer Partner aus Mittel- und Osteuropa zeigt, wie groß die Diskussionen um Nord Stream 2 sind. Wir nehmen ihre Besorgnis ernst.“ Doch „Fragen der europäischen Energiepolitik“ müssten in Europa entschieden werden, „nicht in den USA“, betonte der Außenminister und wandte sich gegen Bestrebungen der USA, die Ostseepipeline mit Sanktionen zu belegen. Im Hinblick auf die Sorge der Ukraine über sinkende Einnahmen aus dem Transit von russischem Gas machte Maas deutlich, dass Berlin die ukrainischen Interessen in den Gesprächen mit Russland mit vertreten würde. Sollten aufgrund von Sanktionen deutsche und europäische Unternehmen aus dem Projekt Nord Stream 2 verdrängt werden, setze sich niemand mehr für den Erhalt des russischen Gastransits durch die Ukraine ein.

    Quelle: Amelie Losier / OAOEV

    „Ein Projekt wie Nord Stream 2 sichert uns die Aussicht auf stabile Energiepreise in ganz Europa, wenn in den nächsten Jahren die Gas-Förderung in den Niederlanden praktisch auf null sinken wird. Diese Chance müssen wir nutzen, wenn wir international wettbewerbsfähig bleiben und gleichzeitig dem Klimaschutz gerecht werden wollen. Zu dieser Kalkulation gehört auch, dass der Gas-Transit durch die Ukraine erhalten bleibt. Die Gespräche darüber, die die Bundesregierung vermittelt hat, müssen 2019 zu einem erfolgreichen Abschluss kommen“, sagte Dr. Wolfgang Büchele, Vorsitzender des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft auf dem Neujahrsempfang.

    4. Januar

    Aserbaidschans Nationale Ölgesellschaft Socar starte eine detaillierte Machbarkeitsstudie für die Teilnahme am Gasverteilungsmarkt in Bulgarien, erklärte laut Medien der Chef von SOCAR Balkan Murad Heydarov. Das Unternehmen habe an einer Ausschreibung für seismische 3D-Studien am bulgarischen Gasspeicher Chiren teilgenommen. Dieser Speicher soll erweitert werden. Bulgarien erwartet, aserbaidschanisches Gas durch den Interkonnektor Griechenland Bulgarien IGB importieren zu können. Diese Gasverbindungsleitung soll an die Transadriapipeline TAP angeschlossen werden. Die TAP soll ab 2020 aserbaidschanisches Gas vom Shah-Deniz-Vorkmmen im Kaspischen Meer an der türkischen Westgrenze aufnehmen und über Griechenland, Albanien durch die Adria nach Süditalien weiter transportieren. Der IGB ist auf eine anfängliche Transportkapazität von 3 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr veranschlagt.

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