Pipeline-Ticker-I 2019

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    Bildquelle: Turkstream Media

    16. Januar

    „Wir sind der Meinung, dass die an russischem Gas interessierten EU-Mitgliedstaaten von der Europäischen Union Garantien erhalten sollten, dass Pläne zur Fortsetzung zu Turkish Stream nicht durch eine willkürliche politische Entscheidung von Brüssel behindert werden“, sagte der russische Präsident Wladimir Putin im Interview mit serbischen Medien. An Lieferungen durch die Schwarzmeergasleitung Turkish Stream zeigten Griechenland und Italien Interesse. Auch Serbien setzt auf diese neue Gasleitung und baut sein Pipeline-Netz dementsprechend aus. 

    13. Januar

    Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, sandte deutschen Medienberichten zufolge einen Brief an eine Reihe von deutschen Unternehmen und drohte darin denen, die am Bau der umstrittenen russischen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligt sind, mit Sanktionen aus Amerika. „Wie Sie wissen, treten die Vereinigten Staaten stark gegen Nord Stream I2 auf. Die Gaspipeline hat gravierende geopolitische Konsequenzen für unsere europäischen Verbündeten und Partner. Unsere Bedenken sind weit verbreitet. EU-Mitglieder aus Osteuropa, viele Regierungen in Westeuropa und Kanada lehnen das Projekt ab. Diese Partner teilen unsere Besorgnis über das fortschreitend aggressive Verhalten Russlands, insbesondere die Nutzung der Energieressourcen Moskaus als politische und wirtschaftliche Hebel“, schrieb hier Grenell.

    11. Januar 

    Das Pipelineprojekt Nord Stream 2 sei nicht nur ein Projekt von Deutschland und Russland und markiere einen deutsch-russischen Sonderweg, erklärte der deutsche Bundesaußenminister Heiko Maas beim traditionellen Neujahrsempfang des Ost-Ausschusses – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft (OAOEV) am 10. Januar 2019 in Berlin. „Die Skepsis unserer Partner aus Mittel- und Osteuropa zeigt, wie groß die Diskussionen um Nord Stream 2 sind. Wir nehmen ihre Besorgnis ernst.“ Doch „Fragen der europäischen Energiepolitik“ müssten in Europa entschieden werden, „nicht in den USA“, betonte der Außenminister und wandte sich gegen Bestrebungen der USA, die Ostseepipeline mit Sanktionen zu belegen. Im Hinblick auf die Sorge der Ukraine über sinkende Einnahmen aus dem Transit von russischem Gas machte Maas deutlich, dass Berlin die ukrainischen Interessen in den Gesprächen mit Russland mit vertreten würde. Sollten aufgrund von Sanktionen deutsche und europäische Unternehmen aus dem Projekt Nord Stream 2 verdrängt werden, setze sich niemand mehr für den Erhalt des russischen Gastransits durch die Ukraine ein.

    Quelle: Amelie Losier / OAOEV

    „Ein Projekt wie Nord Stream 2 sichert uns die Aussicht auf stabile Energiepreise in ganz Europa, wenn in den nächsten Jahren die Gas-Förderung in den Niederlanden praktisch auf null sinken wird. Diese Chance müssen wir nutzen, wenn wir international wettbewerbsfähig bleiben und gleichzeitig dem Klimaschutz gerecht werden wollen. Zu dieser Kalkulation gehört auch, dass der Gas-Transit durch die Ukraine erhalten bleibt. Die Gespräche darüber, die die Bundesregierung vermittelt hat, müssen 2019 zu einem erfolgreichen Abschluss kommen“, sagte Dr. Wolfgang Büchele, Vorsitzender des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft auf dem Neujahrsempfang.

    4. Januar

    Aserbaidschans Nationale Ölgesellschaft Socar starte eine detaillierte Machbarkeitsstudie für die Teilnahme am Gasverteilungsmarkt in Bulgarien, erklärte laut Medien der Chef von SOCAR Balkan Murad Heydarov. Das Unternehmen habe an einer Ausschreibung für seismische 3D-Studien am bulgarischen Gasspeicher Chiren teilgenommen. Dieser Speicher soll erweitert werden. Bulgarien erwartet, aserbaidschanisches Gas durch den Interkonnektor Griechenland Bulgarien IGB importieren zu können. Diese Gasverbindungsleitung soll an die Transadriapipeline TAP angeschlossen werden. Die TAP soll ab 2020 aserbaidschanisches Gas vom Shah-Deniz-Vorkmmen im Kaspischen Meer an der türkischen Westgrenze aufnehmen und über Griechenland, Albanien durch die Adria nach Süditalien weiter transportieren. Der IGB ist auf eine anfängliche Transportkapazität von 3 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr veranschlagt.

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