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Irritationen um russische Gaslieferungen

Bildquelle: Naftogaz

In der Ukraine und in Bulgarien kam es in den letzten Tagen zu Irritationen über Gaslieferungen aus Russland. Die südukrainische Stadt Henitschesk erhalte ausschließlich Gas aus der heimischen Produktion vom Strelkowoj-Vorkommen, teilte der ukrainische Gasversorger Naftogaz in einer Stellungnahme zu russischen Gaslieferungen von der Krim am 5. Januar 2016 mit. Für den Winter werde davon vorsorglich Gas in einem Speicher auf der Krim eingespeichert. Außerdem sei das Gasnetz von Henitschesk nicht an die landesweite Versorgung angeschlossen. Davor hatten russische Medien berichtet, dass Präsident Wladimir Putin angewiesen habe, die südukrainische Stadt wegen starker Fröste und aus humanitären Gründen mit Gas zu versorgen. Die Gaslieferungen seien dementsprechend angelaufen. Doch das wehrte Naftogaz wie auch Unternehmenschef Andrej Koboljew in seiner Stellungnahme ab. Aktuell bezieht die Ukraine offiziell kein Gas aus Russland.

Irritationen auch in Bulgarien

In Bulgarien machten indessen Gerüchte über einen russischen Lieferstopp in der Neujahrsnacht die Runde, der für Irritationen sorgte. Hierauf stellte der bulgarische Regierungschef Bojko Borissow in einem Medieninterview am 4. Januar 2015 klar, dass an der Gaskrise in Bulgarien Russlands Gaskonzern Gazprom nicht schuld sei, sondern das private Unternehmen Overgas Probleme habe, seinen Gaslieferungen nachzukommen. Außerdem will Borissow sein Land zu einem Gastransithub für Südost- und Zentraleuropa ausbauen. Bei Varna am Schwarzen Meer, wo einst die russische South-Stream-Gasleitung anlanden sollte, soll jetzt der Gasknotenpunkt Balkan eingerichtet werden. Geplant ist Borissows Worten nach im Interview mit der Deutschen Welle am 5. Januar 2016, am Knotenpunkt Gas aus Aserbaidschan, Russland, Turkmenistan und von rumänischen und bulgarischen Vorkommen aufzunehmen und nach Südost- und Zentraleuropa durchzuleiten. Die rede ist hier von 43 Milliarden Kubikmeter Gas. Das Projekt trage zur Diversifizierung von Lieferbezügen in Europa bei und werde von der Europäischen Kommission unterstützt.