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Kooperationen für Wasserstofftechnologien anstoßen

Kooperationen für Wasserstofftechnologien gefragt
Quelle: Deutsch-Russisches Rohstoff-Forum

Deutsche und russische Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft setzen sich für Kooperationen für Wasserstofftechnologien ein. Das machten sie auf der ersten Wasserstofftagung des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums am 1. Dezember 2020 deutlich. Die Tagung unter dem Titel „Globale Energiewirtschaft: Wasserstoff als zukünftiger Treiber?” fand digital statt. Rund 800 Teilnehmer informierten sich hier, welche Ansätze zu Kooperationsprojekten in der Produktion, beim Transport, bei der Speicherung, in der Anwendung und Regulierung von Wasserstoff im Gespräch sind.

Sowohl in Deutschland als auch in Russland gilt Wasserstoff als ein Schlüsselelement, um die Dekarbonisierung der Wirtschaft und somit die internationalen Klimaziele bis 2050 zu erreichen. „Unser Ziel ist der Aufbau eines internationalen Marktes für CO2-neutralen Wasserstoff. Während Russland über sehr gute Voraussetzungen verfügt, ist Deutschland an der Spitze, wenn es um die Herstellung von grünem Wasserstoff geht. Man sollte dies zum beiderseitigen Vorteil nutzen. Deutsch-russische Beziehungen sind und bleiben wichtig für Deutschland und Europa. Dabei spielt CO2-neutral hergestellter Wasserstoff eine Schlüsselrolle“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in einer Videobotschaft.

Russlands Beitrag für Kooperationen

„Russland als Weltmarktführer im Energiebereich tritt für die Ausweitung fruchtbringender Kooperationen mit Deutschland ein. Gemeinsam wollen wir eine deutsch-russische Roadmap für Wasserstoff erarbeiten.“ Technologiepartnerschaften mit deutschen Unternehmen und gemeinsame Pilotprojekte zur Produktion und Lieferung von Wasserstoff nach Deutschland könnten den Weg ebenen”, pflichtete Alexander Nowak, stellvertretender Ministerpräsident der Russischen Föderation, Altmaier in seiner Video-Botschaft bei.

Ebenso betonte der stellvertretende Energieminister Russlands Pawel Sorokin: „Wir sind zur Kooperation bereit. Wir müssen Märkte schaffen, denn wenn keine Märkte bestehen, brauchen wir Wasserstoff nicht produzieren.“ Der Einsatz von Wasserstoff in traditionellen Bereichen wie Chemie oder Erdölverarbeitung und perspektivisch als Energieträger in Verkehr, Strom- und Wärmeerzeugung sei in vielen Ländern weltweit im Gespräch. Für die Entwicklung einer Wasserstoffenergiewirtschaft bringe Russland sehr gute Voraussetzungen mit. So gebe es im Land reichlich Ressourcen darunter erneuerbare Energien  zur Wasserstoffherstellung. Zugleich befänden sich Hauptabnehmerländer wie Japan oder Deutschland geographisch in der Nähe.

Pyrolyse als Kooperationsansatz

Bei der Produktion von Wasserstoff bietet die Pyrolyse, die Aufspaltung von Methan in Wasserstoff und festen Kohlenstoff, einen Ansatz zu Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit. Sowohl in russischen als auch deutschen Forschungseinrichtungen und Unternehmen steht dieses Herstellungsverfahren von klimaneutralem Wasserstoff aus Erdgas auf der Agenda. Auf der Wasserstofftagung stellten z. B. Prof. Thomas Wetzel vom Karlsruher Institut für Technologie und Prof. Andrej Pimenow von der Staatlichen Technischen Universität Samara ihre jeweiligen Forschungsaktivitäten vor, an denen sich auch Unternehmen beteiligen. Führen das KIT und Wintershall DEA gemeinsam ein Projekt durch, um der Pyrolyse zum Durchbruch zu verhelfen, arbeiten in Samara daran die Technische Universität und Gazprom Transgaz.

Farbenblinde Förderung

Mit Blick auf die über 50-jährige Energiepartnerschaft zwischen Russland und Deutschland verwies Thorsten Herdan, Abteilungsleiter für Energiepolitik beim BMWi, darauf, dass nun konkrete Partnerschaftsprojekte im Wasserstoffbereich zu prüfen seien, die auch die Politik unterstützt. „Der Aufbau und die Stärkung von internationalen Beziehungen ist elementar, beispielsweise mit Russland. Wir wollen internationale Projekte ins Leben rufen, die uns mit Wasserstoff versorgen.“

Was die oft zitierte Farbenlehre und die damit verbundenen Herstellungsmethoden von Wasserstoff angeht, erklärte Herdan, dass Deutschland zwar den langfristigen Fokus auf grünen Wasserstoff richte, aber für den Übergang auch blauer Wasserstoff nötig sei. Daher mahnte er an: „Diejenigen Industrievertreter, die Wasserstoff in großem Maßstab benötigen, müssen wir unterstützen. Die Anwendung muss farbenblind gefördert werden.“ Nur so könne der Bedarf von Stahlindustrie, Luftverkehr oder Petrochemie gedeckt werden.

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